Wie sinnvoll ist ein Smartphone mit Tastatur?

Als Nokia 1996 mit der Communicator-Serie sozusagen das erste Smartphone mit Tastatur auf den Markt brachte, waren die Kritiken eher verhalten. Damals dachte noch niemand über Smartphones nach; und das Angebot sollte sich vor allem an Geschäftsleute richten. Das Besondere an dieser Modellreihe war die Slider-Technik, welche unter dem extragroßen Monitor eine ebenso große Tastatur verbarg. Im Prinzip war dieses Smartphone mit Tastatur seiner Zeit zu weit voraus, da die wenigsten den Sinn in einer solch großen Tastatur sahen. Doch mit fortschreitender Technik fand auch das mobile Internet bald kostengünstigen Einzug in die Welt der Handys. Heute denken die meisten bei einem Smartphone an Handys mit großem Bildschirm, einem eigenen Betriebssystem und vor allem an die Touchscreen-Funktion. Dabei erfreuen sich aber auch Smartphones mit einer echten, physischen Tastatur immer weiter steigender Beliebtheit, da sie eine ganze Reihe von Vorteilen bieten, die erst in den letzten Jahren deutlich wurden.

Wozu braucht man überhaupt eine Tastatur am Handy?

Mittlerweile ist der schnelle und ununterbrochene Internetzugang mit dem Handy kein Traum mehr und ebenso von den Kosten her erschwinglich. Betrachtet man die rekordverdächtigen Verkaufszahlen der neuesten iPhone-Generation sowie anderer Hersteller von Smartphones, wird schnell klar, wie zukünftig eine der beliebtesten Internetzugangsarten aussehen wird – nämlich über Smartphones. Ob große Webportale oder nur ein SEO Blog – fast alles kann auch mobil schnell und übersichtlich betrachtet werden mit Smartphones. Doch das Internet selbst entwickelt sich ebenfalls laufend weiter und weit über 80 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte sind online.

So sind im World Wide Web die Social Medias entstanden und viele Menschen kommunizieren regelmäßig über Social Networks, Chats und E-Mails. Weil die Übertragungsraten so hoch werden, können außerdem auch große Dokumente schnell versendet werden. Kurz gesagt, das Internet und dessen Nutzung wird immer schneller und aufwendiger. Und dem steht die Beliebtheit des mobilen Web-Zugangs über Smartphones gegenüber. War das eingangs erwähnte Nokia Communicator Smartphone 1996 kein wirklicher Verkaufschlager, sollte sich dies alles 2007 mit der Einführung von Touchscreens in die Telefontechnologie ändern.

Die Touchscreen-Tastatur hat ihre Grenzen

Seither ist der Boom der Smartphones nicht mehr zu bremsen. Doch mit dem immer schneller werdenden Internet und die dadurch ansteigende mobile Kommunikation zeigen sich bei vielen Nutzern nun die ersten echten Nachteile dieser Touchscreen-Smartphones. Kann man kurze SMS oder E-Mail-Nachrichten noch einigermaßen komfortabel über die On-Screen-Tastatur eingeben, stoßen diese bei der schnellen Kommunikation via Chat oder Social Network schnell an ihre Grenzen. Denn gerade hier offenbart das Smartphone mit Tastatur, auch QWERTZ-Tastatur genannt, seine enormen Vorteile.

So lässt es sich mit den großen Tastaturen viel schneller schreiben und auch die Bearbeitung von Text-Dokumenten wird wesentlich einfacher. Auch ist das Schreiben von Texten einfacher, weil im Gegensatz zum Touchscreen-Handy nicht der halbe Bildschirm für die Tastatur genutzt werden muss, sondern Texte im Kontext gelesen werden können, weil eben der gesamte Bildschirm für die Nachricht genutzt werden kann. Gerade Blackberry hat gezeigt, dass durchaus ein Bedarf für das Smartphone mit Tastatur besteht, sprechen die Verkaufszahlen doch für sich.

Tastaturen liegen im Trend

Entsprechend ziehen andere Smartphone-Hersteller nach und bieten viele Touchscreen-Smartphones alternativ als Smartphone mit Tastatur, oder kombiniert als Smartphone mit Touchscreen und Tastatur an. Zwei verschiedene Modelle konkurrieren dabei derzeit um die Gunst der Käufer: das Smartphone mit Tastatur unterhalb des Bildschirms auf derselben Ebene und das Slider-Modell, bei dem der Bildschirm seitlich weggeschoben wird und die darunterliegende Tastatur in Längsanordnung sichtbar wird. Und es sieht so aus, als ob Letztgenanntes wohl langfristig das Rennen machen wird, weil die Tastatur dank größerer und weiter auseinanderliegender Tasten einfacher zu bedienen ist. Und im Gegensatz zum Smartphone mit Tastatur auf einer Ebene ist der Monitor ebenfalls entsprechend größer.

Die Vorteile vom Smartphone mit Tastatur gegenüber dem Touchscreen-Modellen überwiegen also eindeutig. Und selbst die einzigen Nachteile, nämlich höheres Gewicht und etwas dickere Bauweise, werden sich in den nächsten Jahren egalisieren, wird es doch bestimmt nicht lange dauern, bis die technischen Voraussetzungen geschaffen sind, um auch Slider-Smartphones schlanker und leichter zu gestalten. Generell scheint sowieso der Trend in Richtung „Größe“ zu gehen. So titelte jüngst die Stiftung Warentest: „Die Riesen kommen“….